Die Mutter steigt in die Session ein. Unter den rund zwei Dutzend
Karnevalsvereinen der Indestadt ist die Eschweiler Scharwache
1882 e.V.eine der Ältesten und gewiss die Mutter, wie sieallerorts
bezeichnet wird.
Nun zelebrierte auch sie mit dem Erbsensuppenessen den
Startschuss in die Karnevalssession in gewohnter Manier mit
Würzigem für den Bauch und die Lachmuskeln.
Die gesellige Herrenrunde im Hotel Flatten startete Punkt 20.11 Uhr
in den närrischen Abend. Präsident Simon Hendriks begrüßte diverse
Ehrengäste,ehe das erste Lied angestimmt wurde „Stipp, Stipp, Stipp,
Hurra die Scharwach!“ ist das Traditionslied, voller Inbrunst wurde
es mitgesungen.
Sodann berichtete Küchenchef „Spörche“ Dr. Stefan Wilhelms, was
die Suppe diesmal zu bieten hatte. Vor allem mit politischen
Anekdoten gab er das Salz für die Suppe und bereitete auf das
kulinarische Element des Abends vor. Sein Fazit: Unerwünscht ist
die braune Suppe, Waffen für den nahen Osten und wildes Western-
Getue aus dem fernen „Trumpelland“. Und im Gegenzugappellierte
er bei allem Irrsinn der Zeit an den europäischen Geist und das
friedvolle Miteinander. Bei diesen gesellschaftskritischen Worten
fand aber auch Äu Lersch Platz in seinem Küchenbericht, die
Herrenschar gedachte dem Unikum und ehemals passionierten Scharwächter.
Hendriks attestierte Spörche den richtigen Ton und war stolz, fernab
von Kommerz den Fastelovend zu feiern. Anschließend wurde die Suppe
verspeist, obwohl die deftige Mahlzeit derzeit wohl zur Einseitigkeit des
närrischen Ernährungsplans führt.
Nach einem zweiten Traditionslied folgte die Taufe der neuen Aktiven
durch den Kommandanten „Bachelor“ Wolfgang Maassen sowie Feldwebel
„Appeltaat IV“ Michael Birfeld. Fünf waren es in dieser Session an der
Zahl, die bereits bei der Jahreshauptversammlung aufgenommen wurden.
Die Frischlinge bekamen die passenden Namen, jeder mit einer
Hintergrund-Geschichte begründet. So wurden als Scharwächter
getauft: Daniel Essers als Lätzchen, Niclas Lersch als Kölsch-Schuss,
Dr. Hermann Josef Peters als Fraktürchen, Maximilian Schröder als Quax
und Maximilian Steinmetz als Platvoos.
Neben der Suppe bestimmten Musik und Bütt den Abend. Während die
Karnevals-Kapelle „Skyline“ den Abend musikalisch begleitete, trat für
eine halbe Stunde Klaus Kläs mit seiner Gitarre auf die Bühne. Seine
Lieder waren altbekannt, fröhlich wurde mitgesungen.
Anschließend durfte die einzige Frau im Saal, die neue Tanzmarie
Lilli Marie Wilhelms, jene Los ziehen, die bei der Verlosung zu den
Gewinnern zählten. Ihr Tanzoffizier Cedric Greven begleitete sie nach
getaner Arbeit aus dem Saal.
Zu den hohen Gästen zählte unter anderem das Komitee und zeichnete
eine Handvoll Scharwächter mit dem Komitee-Orden 1. Klasse aus.
Stefan Kämmerling, Thomas Litzba, Heinz-Willi Schroiff, Peter Wilhelms
und Dr. Peter Wolters gehörten zu den glücklichen Ordensträgern.
Ebenso zählt es zur Tradition, dass langjährige aktive Mitglieder
geehrt werden. Für 25 Jahre Treue erhielten Michael Esser, Frank und
Marc Lersch, Thilo und Dr. Marc Prothmann, Harald Pütz und Dr. Peter
Wolters den Brustbeutel des Vereins.
Stehende Ovationen folgten, als schließlich Dr. Felix Weinberg für
65 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Präsident Hendriks
bedankte sich bei ihm mit großer Geste, denn sein Engagement
und seine Verdienste für die Scharwache seien unermesslich.
Zu vorgerückter Stunde sorgten zwei Redner für zahlreiche Lachsalven.
Für den Verein sprang Dr. Christoph Herzog in die Bütt, einige zotige
Witze erheiterten, doch Manni der Rocker übertraf den Scharwächter
noch, was die Witze unter die Gürtellinie betraf. Beide erfüllten jedoch
gleichermaßen das selbst erklärte Ziel der „Mutter“:
ein paar frohe Stunden in illustrer Herrenrunde.